Sanierung - Restaurierung - Renovierung

der Pfarrkirche St. Arnulphus in Nickenich

Diese Kirche steht nunmehr 125 Jahre.

Die Kirche in Nickenich, der Dom der Pellenz, ist restauriert und renoviert. Der Weg bis zum Heutigen war sehr weit, mühselig, schwer und teuer. Ein großes Werk ist vollbracht.

Ca. fünf Jahre wurde um diese Kirche, an dieser Kirche und in dieser Kirche gearbeitet. Ca. 20 Monate war diese Kirche eine Baustelle. Sonntagsgottesdienste fanden darum in diesen 20 Monaten in der Halle der Schule statt, und werktags waren die Gottesdienste in der Aula des Kindergartens. Der Gemeinde und Schule sind wir dafür überaus dankbar.

Bereits 1969/70 mußte das Kirchendach erneuert werden. Die Kosten dafür betrugen ca. DM 80000,-. 1970/71 wurde die Umfassungsmauer gebaut und die Kirchenstraße verbreitert. Wieder ein Kostenaufwand an ca DM 240000,-. Die Kirchentreppe (Aufgang zur Kirche) wurde ebenfalls erneuert. Die alten Friedhofkreuze wurden sinnvoll in die Umfassungsmauer eingemauert.

Nun folgten die eigentlichen Renovierungs- und Restaurierungsarbeiten. Der Turm der Kirche, der ca. 800 Jahre alt ist und bereits die 3. Kirche in seiner Obhut überragt, war baufällig und mußte saniert werden. Ca. 700 Sack Zement wurden hineingepumpt zu seiner Sanierung und Verfestigung. Jetzt steht auch dieser Turm wieder in seiner ursprünglichen Kraft und überragenden Stellung. Die Kosten: ca. DM 140000,-. Am Außenmauerwerk waren in ca. einem Meter Höhe die Steine verwittert und faul geworden Diese mußten entfernt und durch neue ersetzt werden. Kosten ca. DM 30000,-. Eine Abwässerung war notwendig, um die Kirche trocken zu legen und die Fundamente zusichern. Kosten ca. DM 30000,-.

In der Kirche wurde eine Betonplatte verlegt und gleichzeitig die Heizungsrohre für eine neue und besser funktionierende Heizung im Gewölbe hatten sich Risse gezeigt. Diese mußten beseitigt werden. Weil die rechte Kirchenmauer sich leicht geneigt hatte, mußten die beiden Außenmauern mit zwei Ankern verbunden werden. Der alte Verputz wurde durch Sandstrahlgebläse entfernt. Dabei wurden natürlich Fenster und Orgel und was sonst noch in der Kirche war, stark in Mitleidenschaft gezogen.

Als die Kirche dann im Innern verputzt und die Säulen sich in Natur zeigten, wurde die Wucht dieses imposanten Bauwerkes erst richtig deutlich. Aber jeder spurte. hier fehlt noch etwas. Die Säulen waren isoliert und hingen gewissermaßen frei schwebend am Gewolbe Diesbezüglich fanden verschiedene Besprechungen statt mit der Denkmalspflege in Mainz, mit der Denkmalspflege im Bistum Trier und der Bauabteilung in Trier, mit Architekten und mit der Kirchengemeinde. Die 1. Besprechung war im Dezember 1973 und es folgten weitere im Januar und Februar 1974. Die Kirchengemeinde wurde jetzt ungeduldig, die finanziellen Mittel waren erschöpft. Immer mehr Stimmen forderten die Beendigung des Provisoriums und die Rückkehr ins Gotteshaus. Zu aller Freude wurde uns zum richtigen Zeitpunkt vom Bistum ein Zuschuß von DM 258000.- angewiesen Wir wurden wieder mutig. Auch kam zwischen der Denkmalspflege, Mainz, der Denkmalspflege und Bau, Trier. Einigkeit über das "Wie" der Kirchenausmalung zustande. Sie wurde sodann in die Tat umgesetzt und gefällt allgemein. Die uns dadurch entstandenen zusätzlichen Kosten in Höhe von ca. DM 60000,- haben sich gelohnt. Unser Gotteshaus hat ein festliches und würdiges Gewand bekommen.

Der Kostenaufwand fur die Sanierung des Mauerwerkes, für das Verlegen der Betonplatte und der neuen Heizung betrug ca. DM 600000,-

Der neue Alter

Seit Anfang Juli steht ein neuer Altar in unserer Kirche. Altar ist Mitte der Kirche. Hier wird das Erlösungsopfer Christi vom Kreuz erneuert und vergegenwärtigt. Unser Altar ist jedoch allen neu, wohl niemand hat schon einen solchen gesehen. Darum wissen ihn auch viele nicht zu deuten. Man ist skeptisch, man ist ratlos. Man weiß nicht, was man sagen soll. Dazu sind natürlich einige grundsätzliche Worte notwendig.

Symbolik: Wenn ein Altar geweiht (konsekriert) wird, dann heißt es da: "... Der Altar sei festlich geschmückt wie eine Braut in ihrem Hochzeitsgewand." Dieser Altar soll ein "festlicher", "österlicher" sein. Das Motiv der Blumen und Blüten klingt an an das Symbol des Lebensbaumes. Lebensspendende Kraft soll von diesem Ort ausgehen Die rundum gehangte Girlande verdeutlicht das "festlich geschmückte Gewand der Braut". Auf der Mensaplatte, die aus schwarzem Marmor ist, sind die fünf Weihekreuze, gleichsam die fünf Wunden Christi darstellend als besondere Kostbarkeit mit Rankenwerk geschmückt. Denn der Altar ist Christus, wie Christus selber der Opferaltar ist. -

Die Ausschmückung der Weihekreuze ist sehr ähnlich derjenigen auf der Mensa des Trierer Dom-Altares, um die Zugehörigkeit zum Bistum Trier zu verdeutlichen. Das Fundament des Altares ist aus Basalt-Lava, dem Stein dieser Gegend. Es ist gleichsam das Wurzelwerk.

Technische Ausführung: Nach Gipsmodellen werden Negativformen der verschiedenen Teile gemacht. Diese Hohlformen werden mit Ton ausgegossen, der Ton gut getrocknet und bis zu ca. 1000 Grad gebrannt. Danach wird die Glasur aufgesprüht und bemalt und erneut bis zu ca. 900 Grad gebrannt. Diese Majolika-Arbeit wurde in Rheinbach b. Bonn ausgefuhrt.

Hochaltar und Seitenaltäre haben ihre ursprungtiche Aufmachung, Sie sehen schön aus und sprechen an. Es wäre schade gewesen, wenn man sie aus der Kirche verbannt hätte. Die Fenster sind ebenfalls neu. Immer mehr erstrahlt diese Kirche im Feiertagskostum. Sie strahlt eine Kraft aus, sie lädt ein. Das wurde so richtig klar, als wir nach 20 Monaten, erstmals am Patrocinium (Kirmes), 25.8.1974, wieder die Sonntagsgottesdienste in dieser Kirche hatten. Sämtliche Gottesdienste, Vorabendmesse, Frühmesse und Hochamt waren bestens besucht. Dazu bat unser Kirchenchor eine mehrstimmige lateinische Messe gesungen. Wunderbar! Zu unserem Leidwesen mußte jedoch unsere Orgel noch schweigen, aber inzwischen ist auch sie wieder da in ihrer ursprungtichen Frische und jugendlichen Kraft.

Am 28/29. September 1974 waren ca. 20 Damen und Herren aus der Partnerschaftsstadt Monfort L'Amaury hier zu Gast. Es war ein herzliches und frohes Treffen. In einem lateinischen Hochamt hat unser Kirchenchor eine mehrstimmige Messe gesungen und erstmalig begleitete ihn die Orgel. Wir haben wieder erfahren, was diese Kirche für uns ist. Sie strahlt Kraft und Würde aus. Darum sagen wir nicht: Ich muß in die Kirche gehen oder geh' endlich in die Kirche! Sagen wir doch lieber: "Ich darf in die Kirche gehen..." Hier ist das Haus Gottes, hier darf und kann ich beten. Freuen wir uns, wenn wir beten können und beten dürfen, Diese Überzeugung setzt sich irgendwann in unserem Leben durch. Können wir überhaupt ermessen, wie leer ein Leben ohne Kirche wäre? Denken wir doch einmal darüber nach. Dieses Haus Gottes erstrahlt in seiner ganzen Schönheit und Herrlichkeit. Nun laßt uns diese unsere Kirche lieben.

Am 1. Dezember 1974, dem ersten Advendssonntag, kommt eigens der Bischof, um unseren neuen Altar zu konsekrieren. Dieser Tag möge ein froher und festlicher sein.

Ein großes Werk ist vollbracht! Gewiß, es war sehr viel Arbeit dazu erforderlich. Auch bei dieser Kirche ging es wie bei jedem Altbau. Fängt man erst an zu renovieren, tun sich immer wieder neue Schwierigkeiten auf. Ist eine Schwierigkeit überwunden, treten neue offen zu Tage. All diese Arbeiten haben neben vielem Geld Nerven gekostet und forderten auch viel Kraft und Geduld. Nochmals sei Lob und Dank gesagt, daß wir so weit sind!

Wer gebaut bat, weiß, was Bauen kostet, Und in den letzten Monaten sind die Preise rasant gestiegen, sie sind uns unter der Hand davongelaufen.

In Dankbarkeit sei besonders das Zusammenstehen und Zusammenopfern bei diesen oft sehr schwierigen Renovierungsarbeiten erwähnt Hier spürte man, welchen Wert der Kirche in unserer Zeit zugemessen wird. Man spürte, wie tief verankert die Kirche im Herzen der Gläubigen ist. Zur Verzweiflung besteht keinerlei Grund. Es ist sehr viel still und bescheiden geopfert worden. Unter den vielen Spendern sind so manche, die ungenannt bleiben möchten. Die eifrigsten Spender verlangen striktes Stillschweigen. Das muß selbstverständlich respektiert werden. Aber dieser Eifer machte Freude und gab Mut. Allen edlen Spendern, allen großen und kleinen Spendern, sei ein ganz herzliches und liebes "Dankeschön" und ein ebenso herzliches "Vergelt's Gott" gesagt!

Auch darf hingewiesen werden auf das harmonische Zusammenarbeiten innerhalb des Kirchenvorstandes. Um so manches wurde gerungen und heiß diskutiert. Jeder war bemüht um eine würdige und ansprechende Kirche (schließlich ist eine Gesamtbausumme von 1,6 Millionen kein Pappenstiel). Diese gute Zusammenarbeit muß ebenfalls dankend erwahnt worden!

Als Zuschusse hat die Kirchengemeinde bekommen:

Vom Bistum DM 430000,-
Von der Gemeinde Nickenich DM 135000.-
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Insgesamt DM 565000.-

Von Herzen sind wir auch für diese Zuschüsse dankbar. Man hat uns tüchtig unter die Arme gegriffen.

Zur rechten Zeit, der Einweihung, kam auch noch eine vierte Glocke direkt in den achthundert Jahre alten Turm geflogen! Ja, was sagt Ihr dazu? Der Stifter dieser Glocke ist bekannt. Es ist der Altertumsforscher, Wappenkundige und Heraldiker Nikolaus Auer aus der Unteren Wiesenstraße.

Somit rufen uns in Zukunft 4 Glocken zur heiligen Messe. zur Eucharistiefeier, zum Gottesdienst in diese unsere Kirche, den Dom der Pellenz. Diesen Ruf von 4 Glocken kann man nicht überhoren. Man kann einen solchen Ruf ignorieren, aber man sollte ihn hören und ihm gerne folgen. Was tun wir, was tu ich?

In dieser Kirche ist noch viel zu tun. Darum erlahmen wir mit dem heutigen Tag der Einweihung nicht in unserer Gebefreudigkeit. Helfen wir mit, daß das Werk vollends gekront werde.

Der Tag der Einweihung steht unter dem Leitwort: "Eine Kirche - eine Gemeinde." Wir wollen Gemeinde dieser Kirche sein, Diese Kirche ist Dorfmitte.

Dieses Büchlein hat alles festgehalten. Dieses Büchlein möchte künden von Eurem Glauben und Eurer Opferbereitschaft. Dieses Büchlein möchte auch künden von Eurem Eifer und Eurer Treue zur Kirche, zu dieser Kirche. Nicht genug kann hervorgehoben werden die Opferbereitschaft für diese Kirche. Aber diese Opferbereitschaft ware unmöglich, wenn sie nicht ihre Wurzel in einem lebendigen Glauben hätte,

Liebes Büchlein, geh' hinaus und erzähle von der Glaubenstreue und dem Glaubenseifer, von der Treue und Liebe der Nickenicher Bevölkerung zu ihrer Kirche. Und diese Kirche möge zu allen Zeiten Zeugnis ablegen von diesem Eurem Glauben und von der vorbildlichen Einmütigkeit der Nickenicher Bevölkerung. Diese Kirche möge stets Denkmal dieses Eures Glaubens und dieser Glaube möge kommenden Generationen Leitbild und Halt sein.

Nickenich, den I. Dezember 1974

Euer Pastor M. Michels


Bei der Planung zur Sanierung, Restaurierung und Renovierung haben viele mitgewirkt.

Die erste Verantwortung lag selbstverständlich beim Kirchenvorstand, denn der Kirchenvorstand ist der Verwalter des Kirchenvermögens. Hier kann gesagt werden, daß in echter Verantwortung und ehrlicher Diskussion manchmal sogar hart gerungen wurde. Niemand hat sich diese Verantwortung leicht gemacht. Hier die Herren des Kirchenvorstandes:

Bernhard Kellner, stellv. Vorsitzender, Heinrich Mosen, Peter Frisch, Anton Weiskopp, Werner Schmitz, Paul Bermel, Reinhard Bous, Klemens Auer.

Hier die Damen und Herren des Pfarrgemeinderates:

Hermann Bungard, Rektor, Vorsitzender; Klemens Auer, Landwirt; Rainhard Bous, Landwirt; Hermann Brand, Krankenpfleger; Heinz Becker, Kaufmann; Toni Breitbach, Gemeindediener; Nikolaus Auer, Landwirt a. D.; Werner Groß, Amtmann; Manfred Waldecker, Landwirt; Werner Weisskopp, Arbeiter; Maria Auer, Kirchendienst; Frau Doris Lohner, Hausfrau; Frau Annemie Mosen, Hausfrau; Otto Mosen, Gerichtsvollzieher; Frau Annelore Waldecker, Hausfrau; Toni Bous, stellv. Vorsitzender.

An der Planung der Sanierungs-, Resfaurierungs- und den Renovierungsarbeiten waren folgende Herren tätig:

Architekt Fr. Diewald, Andernach, für die Umfassungsmauer.
Architekt H. Bienefeld. Overath bez. Köln, für die Arbeiten um, an und in der Kirche.
Statische Berechnungen: Architekt Vogel in Trier,
Entwurf und Gestalter des Altares: Professor Hillebrand, Weis b. Köln. Gestalter der Fenster: R. Rexhausen, Rodenkirchon b. Köln,
Ausführende Firma: H Derix. Werkstatten für Glasmalereien, Mosaik und Betonglas, Kevelaer.
Maßgeblich an den Planungen waren ebenfalls beteiligt:
Denkmalspflege im Bischöflichen Generalvikariat,
Bau- und Kunstabteilung im Bischöflichen Generalvikariat.
Denkmalspflege des Landes Rheinland-Pfalz in Mainz,
Maurerarbeiten an der Umfassungsmauer wurden ausgefuhrt von der Firma Bauwagner in Andernach.
Bauarbeiten an und in der Kirche: Firma Bitzigeio in Neuheilenbach/Eifel.
Maler- und Anstreicherarbeiten: Firma Mannebach in Plaidt,
Restaurierung der Orgel: Firma Klais, Orgelbau in Bonn,
Schreinerarbeiten: Firma Rüb und Holztechnik Klein & Hardy, Nickenich.


 
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Ein Bibelzitat: Denn Gott ist's der in euch wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen. [Philipper 2, 13]




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